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Ungleichbehandlung von Christentum und Islam

Kategorien: News

Der britische Biologe und Atheist Richard Dawkins hat die öffentliche Ungleichbehandlung von Christentum und Islam angeprangert.

Dawkins ist bekannt für seine schonungslose Kritik der Religion. Sein 2006 erschienenes Buch „Der Gotteswahn“ wurde weltweit millionenfach verkauft. Dass er allerdings nicht nur gegen das Christentum, sondern auch gegen den Islam Stellung bezieht, war nun für den öffentlichen Radiosender KPFA im amerikanischen Berkeley Anlass, eine für den 8. August 2017 geplante Live-Diskussion und Buchvorstellung mit Dawkins abzusagen.

In einer Erklärung des Senders heißt es, er sei durch Hörer auf Dawkins Schmähreden gegen den Islam aufmerksam gemacht geworden, darunter Äußerungen, der Islam sei die größte Kraft zum Bösen in der heutigen Welt und islamische Gelehrte hätten nur ein Buch gelesen. Dies sei islamophobische Rhetorik, die viele Menschen beleidigt und verletzt habe, so der Radiosender.

In einem öffentlichen Brief warf Dawkins KPFA vor, der Sender habe nicht die Fakten überprüft; der Kontext zeige, dass Dawkins Bemerkungen nicht gegen den Islam allgemein, sondern gegen die Grausamkeiten des Islamismus gerichtet seien, dessen Opfer vor allem Muslime selbst seien. Er fuhr fort: „Ich bin bekannt als häufiger Kritiker des Christentums und bin deswegen nie ausgeladen worden. Warum gebt ihr dem Islam einen Freibrief? Warum ist es kein Problem, das Christentum zu kritisieren, aber nicht den Islam?“

Nur wenige Tage später kritisierte der Wissenschaftler das Verhalten der britischen Polizei bei der Homosexuellen-Parade London Pride. Polizisten hatten Banner mit „Gott ist schwul“ und „Jesus hatte zwei Väter“ geduldet, Schilder mit „Allah ist schwul“ jedoch nicht. In einem Tweet nannte Dawkins dies „heuchlerisch“.

Der Britische Exmuslimen-Verein CEMB, der die beanstandeten Schilder getragen hatte, unterstützte Dawkins Kritik und schrieb: „Unsere Schilder werden nur deshalb als Provokation betrachtet, weil Kritik am Islam als unzulässig gilt, da ständig Gefahr von Islamisten gegen Exmuslime, muslimische Abweichler und andere droht, um sie zu zensieren und zum Schweigen zu bringen, weil Kritik am Islam und Islamismus fälschlicherweise als Angriff auf Muslime verstanden wird.“

Es ist schon bezeichnend, dass in der heutigen Gesellschaft ein weltbekannter Atheist aufstehen muss, um in gewisser Weise das Christentum in Schutz zu nehmen. Dawkins spricht aus, was für viele augenfällig ist: Während man den Islam hofiert und ihm unter dem Vorwand von Toleranz und politischer Korrektheit mit großer Nachsicht begegnet, werden friedliebende Christen, die aus Glauben- und Gewissensgründen handeln, immer häufiger mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt.

(AD/News)